In diesen Tagen rollt die nächste sommerliche Hitzewelle über das Land. Die vergangenen Wochen haben eindrücklich vor Augen geführt, dass Deutschland auf immer heißere Sommer nur unzureichend vorbereitet ist. Nicht nur die über 12.000 Hitzetoten, die das Robert Koch Institut gemeldet hat, müssen ein deutliches Warnzeichen sein. Der viel zu lange nur halbherzig bekämpfte Klimawandel zeigt mittlerweile seine brutalen Auswirkungen. Der SoVD setzt sich dafür ein, besonders vulnerable Gruppen besser zu schützen und ruft die Politik zum entschlossenen Handeln auf.
Hohe Temperaturen sind vor allem für ältere Menschen, Pflegebedürftige, chronisch Kranke und Menschen mit Behinderungen eine erhebliche gesundheitliche Gefahr.
Schutzlevel darf nicht vom Gebäude oder Wohnort abhängen
Die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier betont: „Extreme Hitze ist längst zu einem sozialen Gesundheitsrisiko geworden. Wer auf Pflege, medizinische Versorgung oder staatliche Unterstützung angewiesen ist, darf nicht davon abhängig sein, ob ein Gebäude ausreichend vor Hitze schützt oder nicht.“
Der SoVD fordert deshalb bundesweit verbindliche Mindeststandards für Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge und der kritischen Infrastruktur. Dazu gehören insbesondere Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Kitas, Schulen und weitere öffentliche Gebäude. Wo es zum Schutz von Menschenleben und zur Aufrechterhaltung einer sicheren Versorgung erforderlich ist, muss nach Auffassung des Verbandes auch eine bedarfsgerechte Klimatisierung gewährleistet sein.
Von der zunehmenden Hitze sind nicht nur die Menschen betroffen, die in diesen Einrichtungen versorgt und betreut werden. Auch Beschäftigte in Pflege, Gesundheitswesen und Sozialberufen geraten bei extremen Temperaturen immer stärker an ihre Belastungsgrenzen.
Dauerhafte Finanzierung statt einzelner Maßnahmen
Freiwillige Maßnahmen und kommunale Einzelinitiativen reichen aus Sicht des SoVD nicht aus. Notwendig sind verbindliche Hitzeschutzkonzepte, Investitionen in die Modernisierung öffentlicher Einrichtungen und langfristige Förderprogramme für bauliche Anpassungen. Hinzukommen müssen flächendeckend zugängliche Trinkwasserangebote, öffentliche Kühlräume sowie klare Notfall- und Krisenpläne für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen.
„Der Bund darf die Verantwortung dafür nicht länger auf Länder, Kommunen oder einzelne Träger abschieben“, erklärt Engelmeier. „Hitzeschutz ist Teil der staatlichen Daseinsvorsorge und muss dauerhaft finanziert werden. Angesichts tausender hitzebedingter Todesfälle jedes Jahr wäre weiteres Zögern schlicht unverantwortlich.“
SoVD: “Schnell und verbindlich handeln”
Der SoVD unterstützt daher auch eine Änderung des Grundgesetzes, die Bund, Ländern und Kommunen ermöglichen soll, den Hitzeschutz gemeinsam zu finanzieren und dauerhaft umzusetzen. Kommunen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser brauchen eine verlässliche finanzielle Grundlage, damit notwendige Schutzmaßnahmen nicht von ihrer jeweiligen Haushaltslage abhängen.
„Die vielen Hitzetoten sind ein dramatisches Warnsignal und zeigen, dass Deutschland beim Hitzeschutz schneller und verbindlicher handeln muss“, betont Engelmeier. „Besonders ältere Menschen, Pflegebedürftige, chronisch Kranke und Menschen mit Behinderungen brauchen Schutz, der sie auch tatsächlich erreicht.“
Hitzeschutz muss nach Auffassung des SoVD zu einem festen Bestandteil der Gesundheits-, Sozial- und Katastrophenvorsorge werden. Die notwendigen Vorkehrungen müssen getroffen werden, bevor die nächste Hitzewelle Menschenleben gefährdet.
