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aktuelles aus dem Kreisverband Plön

SoVD: Eigenheim nicht für Pflegekosten heranziehen

Die Eigenanteile in der Pflege steigen immer weiter. Der SoVD warnt davor, dass Menschen ihr Wohnumfeld verlieren, um die Pflege bezahlen zu können.

Ein älteres Paar sitzt in Korbsesseln im Garten vor einem Eigenheim.
Eigenheim verkaufen, um die Pflege zu finanzieren? Der SoVD lehnt diesen Vorschlag ab. Foto: Kzenon / Adobe Stock

In der Pflegeversicherung klafft ein Milliardenloch. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wollte eigentlich bis Ende Mai ihre Vorschläge ihre Vorschläge für eine große Pflegereform vorlegen. Dieses Vorhaben verzögert sich jedoch, mittlerweile ist von einer Veröffentlichung erst im Juli die Rede. 

In diese Leerstelle stoßen andere Akteure mit ihren Ideen, wie die Finanzprobleme gelöst werden könnten. Angesichts steigender Kosten sprechen sich sowohl die Wirtschaftsweisen als auch Vertreter der Union für eine stärkere Eigenbeteiligung von Pflegebedürftigen aus. Nach ihren Vorstellungen soll vorhandenes Vermögen künftig stärker zur Finanzierung von Pflegeleistungen herangezogen werden.

Michaela Engelmeier: Menschen mit kleinem und mittleren Vermögen betroffen

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, plädiert dabei dafür, auch selbst genutzte Immobilien in die Vermögensprüfung einzubeziehen. Nach seiner Auffassung sollten Pflegebedürftige zunächst eigenes Vermögen einsetzen, bevor Leistungen der Solidargemeinschaft in Anspruch genommen werden. Betroffene müssten also ihr Eigenheim verkaufen, um ihre Pflegekosten zu bezahlen. 

Der SoVD lehnt diesen Vorschlag deutlich ab. Gegenüber der Funke-Mediengruppe betont die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier: „Das würde vor allem Menschen mit geringem bis mittlerem Vermögen treffen, die kleine, selbst genutzte Wohnungen oder Häuser besitzen, aber keine liquiden Mittel haben. Das könnte dazu führen, dass trotz jahrzehntelanger solidarischer Einzahlungen in die Pflegeversicherung neben dem Zuhause auch das gewohnte soziale Umfeld verloren geht, das gerade bei Pflege zu Hause von großer Bedeutung ist.“

SoVD für solidarische Pflegevollversicherung

Der SoVD setzt sich für eine solidarische Pflegevollversicherung ein, in die alle einzahlen. Diese könnte die kompletten Pflegekosten abdecken, anstatt wie derzeit die Menschen mit immer höheren Eigenanteilen zu überfordern.