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aktuelles aus dem Kreisverband Plön

Primärversorgung: Orientierung statt neuer Hürden

SoVD veröffentlicht Forderungspapier zur Neugestaltung der Primäversorgung.

Eine Patientin sitzt neben einer Ärztin, die etwas auf dem Tablet zeigt.
In seinem Forderungspapier umreißt der SoVD eine patientenzentrierte, barrierefreie und individuell bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen. Foto: HockleyMedia24/peopleimages.com / Adobe Stock

Die Bundesregierung will Patient*innen gezielter durch das Gesundheitssystem führen und ihnen schneller passende Behandlungstermine vermitteln. Der SoVD unterstützt das Ziel einer besser koordinierten Versorgung, warnt jedoch vor zusätzlichen Hürden. In einem neuen Forderungspapier zeigt der Verband, wie eine patientenzentrierte Primärversorgung aussehen kann.

Die ambulante Versorgung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Vielerorts fehlen Haus- und Fachärzt*innen, Termine sind schwer zu bekommen und die verschiedenen Bereiche des Gesundheitswesens arbeiten nicht ausreichend zusammen. Besonders Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke, Ältere und Menschen mit geringem Einkommen stoßen häufig auf zusätzliche Barrieren.

Mehrere Wege in die Versorgung

Eine gute Primärversorgung muss aus Sicht des SoVD vor allem Orientierung bieten. Dafür sieht das Konzept drei Zugangswege vor: niedrigschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote, die primärärztliche Versorgung sowie strukturierte Verfahren zur Ersteinschätzung.

Hausärzt*innen bleiben der zentrale medizinische Zugang für Diagnostik und Behandlung. Gleichzeitig sollen nichtärztliche Gesundheitsberufe, Apotheken, Gesundheitskioske und weitere Beratungsangebote stärker eingebunden werden. Eine telefonische, digitale oder persönliche Ersteinschätzung kann dabei helfen, gesundheitliche Anliegen einzuordnen und den passenden Versorgungsweg zu finden.

„Nicht die Patientinnen und Patienten müssen besser gesteuert werden – das Versorgungssystem muss einfacher, gerechter und verlässlicher werden“, betont die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. „Primärversorgung bedeutet Orientierung statt Hürden, Unterstützung statt Steuerung, Zusammenarbeit statt Versorgungslücken und Zugang statt Ausgrenzung.“

Barrierefreiheit verbindlich regeln

Voraussetzung für die Reform sind ausreichende Versorgungskapazitäten und eine bessere Zusammenarbeit zwischen ärztlichen, pflegerischen, therapeutischen und sozialen Berufen. Zugleich fordert der SoVD einen wohnortnahen und barrierefreien Zugang. Barrierefreiheit müsse baulich, kommunikativ, digital und organisatorisch zum verbindlichen Standard werden.

Digitale Angebote können die Versorgung ergänzen, dürfen persönliche und analoge Zugänge aber nicht ersetzen. Auch die freie Arztwahl und das Recht auf eine Zweitmeinung müssen erhalten bleiben. Verpflichtende Einschreibungen, Gebühren oder Sanktionen lehnt der SoVD ab.

Gesundheitsversorgung ist für den Verband Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Sie muss sich am Bedarf der Patient*innen orientieren – unabhängig von Einkommen, Wohnort, Behinderung oder Versicherungsstatus. Das vollständige Forderungspapier „Primärversorgung neu gestalten“ erläutert das SoVD-Konzept und seine Voraussetzungen im Detail.