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aktuelles aus dem Kreisverband Plön

Fast jeder dritte Schleswig-Holsteiner hat Angst vor sozialem Abstieg

Kurzmeldung

Die Sorge vor einem sozialen Abstieg ist in Schleswig-Holstein tief verwurzelt. Eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag des Sozialverbands Deutschland (SoVD) zeigt: Rund 31,1 Prozent der Menschen in Schleswig-Holstein blicken mit großer Sorge auf das Jahr 2026. Sie befürchten finanzielle Einbußen, eine schlechtere Infrastruktur in ihrem Wohnumfeld oder den Verlust sozialer Teilhabe bis hin zur Einsamkeit.

Während bundesweit vor allem Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Haushalte mit Kindern überdurchschnittlich hohe Abstiegsängste äußern, verdeutlicht der Wert von über 31 Prozent für Schleswig-Holstein, dass der soziale Druck auch im Norden massiv zunimmt. Angesichts dieser Zahlen warnt der SoVD Schleswig-Holstein vor einer wachsenden Verunsicherung in der Bevölkerung.

Alfred Bornhalm: „Dürfen die Menschen im Norden nicht allein lassen“

„Es ist ein alarmierendes Signal, wenn fast jeder dritte Mensch in Schleswig-Holstein den sozialen Abstieg fürchtet“, erklärt Alfred Bornhalm, Landesvorsitzender des SoVD Schleswig-Holstein. „Hinter diesen 31,1 Prozent stehen Schicksale: Rentner, die ihre Miete kaum noch zahlen können, Familien, die bei der Mobilität auf dem Land abgehängt werden, und Menschen, die sich aufgrund ihrer finanziellen Lage aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen müssen.“

Die Umfrageergebnisse decken sich mit den Erfahrungen aus den landesweiten SoVD-Sozialberatungsstellen. Themen wie der Erhalt des Krankengeldes, ein Pflegefall in der Familie oder die Sicherung der gesetzlichen Rente sind für die Ratsuchenden im Norden existenziell.

Forderungen an die Politik

Der SoVD Schleswig-Holstein sieht die Landesregierung in der Pflicht, gegenzusteuern. „Ein Schicksalsschlag wie eine schwere Krankheit darf in einem reichen Land wie unserem nicht zur Verarmung führen“, betont Bornhalm weiter. „Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen: Das Land muss massiv in die soziale Infrastruktur investieren – vom bezahlbaren Wohnraum bis hin zu einer flächendeckenden medizinischen Versorgung und Pflege. Wer sein Leben lang gearbeitet hat oder durch Krankheit beeinträchtigt ist, muss sich darauf verlassen können, dass das soziale Netz hält.“

Statistische Angaben bei Erhebungen mit regionalen Ergebnissen:

Civey hat für den Sozialverband Deutschland vom 29.01. bis 31.01.2026 online 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 16 Jahren befragt. Die Ergebnisse auf Ebene der Bundesländer sind repräsentativ auf Basis einer modellbasierten, statistischen Methode für kleine Datenräume. Der statistische Fehler auf Ebene der Bundesländer liegt bei 6,2 Prozentpunkten. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier.